Montagsfrage

Montagsfrage #21 „Zum wievielten Mal liest du das Buch?“

Ich weiß ich habe diesen Blog in den letzten Monaten sehr vernachlässigt. Einige, unvorhersehbare, Ereignisse in meinem Privatleben kamen leider dazwischen. In der Zeit habe ich aber gemerkt, dass ich das Bloggen tatsächlich sehr vermisse. Ich habe definitiv vor ab jetzt viel öfter zu bloggen und habe schon einige (zumindest meiner Meinung nach) spannende Beiträge geplant. Heute soll es aber erst einmal um die Montagsfrage gehen, die Antonia auf ihrem Blog organisiert. Diese Woche geht es darum ob man Bücher nur einmal oder mehrmals liest. 

Die Montagsfrage #21: Bist du ein Einmal- oder Mehrmals-Leser?

Die Antwort auf diese Frage ist ein ganz klares Mehrmals-Leser. Das war ich eigentlich schon immer. Ich gebe zu, wenn mir eine Geschichte gefällt, neige ich dazu ungeduldig zu sein. Ich verschlinge in dem Fall das Buch fast schon, weil ich unbedingt wissen muss wie die Geschichte weitergeht. Falls mich das Buch von Anfang bis Ende überzeugt hat, dann ist es garantiert, dass ich es irgendwann wieder in die Hand nehmen werde um mir diesmal Zeit zu lassen und geliebte Passagen zu genießen.

„Liest du wieder das selbe Buch?“

Vor allem als Kind und als Jugendliche habe ich diese Frage oft gehört. Insbesondere im Bezug auf die Harry Potter Bücher. Aber was hätte ich denn sonst tun sollen, als ich auf die nächsten Bücher der Serie warten musste? Also habe ich die Bücher, die schon erschienen waren, nochmal und nochmal gelesen. Auch die Twilight Bücher von Stephenie Meyer habe ich mehrmals gelesen. Ich glaube die einzige Zeit, in der ich Bücher möglichst nur einmal gelesen habe, war zu der Zeit als Goodreads nicht zu ließ, dass man das selbe Buch mehrmals eintrug. Wenn man unbedingt eine bestimmte Anzahl an Büchern pro Jahr lesen will und das selbe Buch nicht mehrmals eintragen kann, dann neigt man doch dazu beim nächsten mal zu einem ganz neuen Buch zu greifen.

Once More in a Different Language

Dann gibt es auch noch die Bücher, die ich zuerst auf Deutsch und dann später auf Englisch gelesen habe. Dazu zählen zum Beispiel Stolz und Vorurteil von Jane Austen und Sophie im Schloss des Zauberers bzw Howl’s Moving Castle von Diana Wynne Jones.

Eine Taktik, die nicht so gut funktioniert hat

Vor eine paar Jahren habe ich vor allem vor dem Schlafengehen Bücher, die ich bereits gelesen habe, noch einmal in die Hand genommen. Ich liebe es nämlich vor dem Schlafengehen zu lesen. Aber wie bereits erwähnt, fällt es mir manchmal schwer ein Buch wieder aus der Hand zu legen, wenn ich mal wirklich von der Story gefesselt bin. Also dachte ich die perfekte Lösung wäre es geliebte Bücher noch einmal zu lesen. Ich weiß schließlich wie sie ausgehen. Das hat so leider nicht ganz funktioniert: „Gleich kommt diese eine Stelle, die ich so liebe! Wenn ich die auch gelesen habe gehe ich schlafen. Oh danach kommt doch diese besonders gute Szene. Vielleicht lese ich doch noch ein wenig weiter…“

„Wird es denn nicht langweilig?“

Heutzutage geht es mir meist darum, dass Bücher, von denen ich bereits weiß, dass ich sie mag, mir Trost spenden können. Darüber hinaus mag ich es aber auch Texte zu analysieren. Beim zweiten Lesen hat man den Überblick über die gesamte Handlung. Man sieht wie die Geschichte aufgebaut wurde, wie Handlungen vorausgedeutet werden.

Ich finde David Collard erklärt es in seinem Artikel in The Times Literary Supplement besonders gut:

„A first readingtells us what a novel is about in terms of character and plot which,in the case of crime fiction, will reduce the appeal of re-reading.In the case of more complex fictions a second reading tells us what anovel is for. Subsequent readings may reveal how it’s done.“

https://www.the-tls.co.uk/articles/public/pleasures-of-rereading/

Wobei ich nicht denke, dass bei Krimis der Reis zum mehrmaligen Lesen abnimmt.

Collard schreibt auch:

„Our first reading of any book connects us to the author and to other readers past and present; but subsequent readings connect us not only to them but to our younger selves.“

https://www.the-tls.co.uk/articles/public/pleasures-of-rereading/

Nostalgie für unser früheres Ich kann also auch ein großer Faktor für das mehrmalige Lesen eines Buches sein.

Was die mögliche Langeweile angeht: „ the words never change, but the reader always does.“ (Verlyn Klinkenborg) Bücher, die ich schon ein halbes dutzend Mal gelesen habe, können jedes mal eine ganz andere Wirkung auf mich haben. Außerdem entdeckt man meistens etwas Neues, das man vorher nie bemerkt hatte.

Was will ich als nächstes nochmal lesen?

Im Moment bin ich sehr daran interessiert die Harry Potter Bücher noch einmal zu lesen. Ich habe sie tatsächlich nie alle in der Originalsprache gelesen. Es ist auch mehrere Jahre her, seit ich sie gelesen habe. Falls mich meine Familie dabei erwischt werde ich aber ganz sicher die Frage „Zum wievielten Mal liest du diese Bücher?“ hören. Wundert euch also nicht, falls bald Beiträge zum Harry Potter re-read auf diesem Blog auftauchen sollten.

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